just moments in time

Tomatenfrosch, ein Making of

Ich halte mich gerne in Fotoforen auf um Bilder anzuschauen und auch hin und wieder eigene zu zeigen. Wie ich nun erfahren habe, können Manche durch das studieren der EXIF-Daten in ihrer fotografischen Entwicklung fortschreiten. Dazu habe ich mir natürlich meine Gedanken gemacht und eins ist für mich extrem wichtig, ich möchte mich nicht schuldig machen, an ihrem Zurückbleiben, dem fotografischen.

Das Ganze ist jetzt in der für Foren Insider üblichen Wortwahl gehalten. Zuerst einige Koordinaten zur Location und Situation allgemein, die aus den EXIF-Daten nicht ersichtlich sind. Das Shooting fand in einem Nebenraum der Masoala Halle des Zürcher Zoos statt. Ich hatte schon einen Teilroundtrip durch den Zoo hinter mir, die Camera und ich waren schon gut eingeshooted. Um der Situation und Challenge gewachsen zu sein, hatte ich mir ä Schwiinsbratwurscht (so glaube ich) mit Härdöpfel und einer alkoholfreien Hopfenperle reingedrückt. Die Bratwurscht war zusätzlich mit Zwiebelsosse übergossen, damit ich dann beim Shooting so richtig Vollgas geben konnte.  Gekleidet war ich für Outdoor .Alsdann Minustemperaturen. Dadurch war ich in der Tropenhalle schon un peu echaufiert und ich transpirierte leicht.

Am Set angekommen, der TOTALE Horror, es war fu…ing dark, kein Light Assi oder die Möglichkeit etwas Licht ins Dunkle zu bringen. Das Habitat 4x4x4m der Models war dampfig feucht, die Scheiben teilweise beschlagen, oder von fettigen pommes essenden Kinderhänden völlig versifft.

Durch einen temporären Hornhautschaden war ich im Scharfsehen auf einer Leistung von 20%. Um jetzt die Blende an den Augen zu öffnen hätte ich etwas von dem guten Kolumbianischen Gras rauchen können, dass momentan in der Szene TOTAL trendy ist, ich hab mir aber vor dem Essen die Augen einfach nur mit den sterilisierenden Tropfen gespühlt.

So stand ich den da, zugeknallt mit Augentrofen und riesen Pupillen vor dem Terrarium mit Panterchamäleon und Tomatenfrosch und suchte den Frosch. Nach 3 Minuten fragte ich einen kleinen Jungen mit osteuropäischem Migrationshintergrund: Siehst Du den Frosch, er müsste rot sein. Das Kind, die können wirklich grausam sein, sagte TOTAL unsensibel zu mir, „warum weinst Du.“ Und schon wurde er von seiner Mutter weggezogen.

Nun denn, nochmals kurz gesucht und dann habe ich einen Tomatenfrosch entdeckt. Der Zoo natürlich im Etat beschränkt hatte da nur ein juveniles (vulgo mickriges) Exemplar zur Ansicht.

Der Frosch hat die instinktive Eigenschaft sich während der Tageszeit einzugraben. Hier tat er das soeben im Laub. Kurz mein Equipment gecheckt,die Olympus OMD EM-5 schon mit dem Standardgurt um den Hals mit 12-50mm Kit-Scherbe kniete ich mich nieder. Stellte über das Wheel und Function-Button die ISO auf 1600, ebenso im selben Menue die Belichtung auf Spot und hatte dann so bei einer Kleinbildbrennweite von 100mm baubedingt eine Blendenöffnung von f4. Mit einem Tempotaschentuch reinigte ich die Scheibe. Mir lief der Schweiss das Rückgrat entlang hinunter und während ich den Frosch in den Frame des Viewers brachte, sagte ich mir, ich will zum Schuss kommen bevor der Schweiss zwischen meinen Hinterbacken versackt. Bei einer Belichtungszeit von 1/13 Sek machte ich knieend 2 Fotos. Und hört hört,es wird ja in Fotoforen immer speziell erwähnt, „Freihand, durch die Scheibe“, bei mir ist das Standard, da ich auch Unterwasser nie ein Stativ benutzte und in Zoos meist Scheiben oder Gitter vorhanden sind.

Wenn ich heute so das Foto (nicht die EXIF-Daten) betrachte, bin ich zufrieden.Ich habe das mir möglich Beste aus meiner Kamera und Objektiv herraus geholt. Den Frosch habe ich einigermassen  passend ins Bild gesetzt. Keine Kontrolle der Beleuchtung und der Frosch hört nicht auf Anweisungen. und taucht auch schon mal einfach ab, wenn er genug hat. Eine dicke Glasscheibe, feucht dampfig. Viele andere Besucher, all das steht nicht in den EXIF-Daten. Das wichtigste überhaupt: Beim Smalltalk im Off Topic hab ich noch nie ein akzeptables Foto gemacht.

Aber mit den Exif-Daten sollte es nun jedem möglich sein auch so ein Foto (oder sicher noch besser) zu machen, da man ja nun weiss, was man an der Kamera einstellen muss.

Tomatenfrosch  (Dyscophus antongilii)

Tomatenfrosch (Dyscophus antongilii)

EXIF: Olympus OMD-E5-M  100mm  1/13  f4  1600ISO Spot Aperature Priority halbvoller Standardakku

Eine Olympus OMD-E5-M ist eine gute Standarddigitalkamera die Olympus Kitlinse 12-50mm ist eine gute Standardlinse. Mit gleichwertigem Pentax Canon Nikon  Matrial wäre ich zum gleichen Ergebnis gekommen. Am Forenspezifischen Foto-Wortschatz arbeite ich noch. Kenne abernun schon: Location, Shooting, Set, Licht Assi, Situation (sprich Situäischen), Body,Level, EXIF, Objectif  Kitscherbe und ganz wichtig reflektieren und differenzieren, die tauchen seit ca. einem Jahr vermehrt auf.

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